Die Wagenbauer sind (fast) bereit

«Es brauchte einige Nachtschichten und wir müssen weiter Gas geben»

Tobias Hotz, 18. Februar 2022, 14:25 Uhr
Die Luzerner Fasnacht kommt. Tausende Menschen freuen sich auf farbenfrohe Umzüge. Dass die Umzüge nun doch durchgeführt werden, fordert die Wagenbauer. Ein Besuch zeigt jedoch: Die Fasnächtler wurden vom Entscheid des Bundesrates nicht komplett überrascht und sind dank einigen schlaflosen Nächten bereit für «rüüdig» schöne Tage.
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Weniger als 48 Stunden ist es her, als der Bundesrat praktisch alle Corona-Massnahmen fallen liess. Weniger als 48 Stunden ist her, seit klar ist, der Luzerner Fasnacht steht nichts mehr im Weg. Weniger als eine Woche Zeit bleibt, bis sich in Luzern Tausende Fasnächtler am Strassenrand tummeln und sich auf einen «rüüdig schönen» Umzug am Schmutzigen Donnerstag freuen. Doch ist die Organisation eines Umzuges in so knapper Zeit überhaupt möglich? «Es wird ein spezieller Umzug. Es wird weniger grosse Wagen geben», sagt LFK-Umzugschef Bruno Schmid anlässlich des Baustellenrundganges. Mit weniger fasnächtlichem Treiben rechnet er aber nicht. «Es wird viele wilde Gruppen im Umzug haben.» Er freut sich auf einen unglaublich bunten und «rüüdig verreckten» Umzug.

Ein Umzug, der für den sichtlich euphorischen Umzugschef viel Arbeit bringt. «Heute Morgen rief mich eine Guggenmusik an und sagte, dass sie doch an den Umzug kommen, nachdem sie vor zwei Wochen absagten.» Es gäbe derzeit sehr viel zu koordinieren. Umso wichtiger sei es, allen zu danken, die zu einer erfolgreichen Fasnacht beitragen.

Es braucht noch eine Nachtschicht

Mario Zemp steht stolz vor dem Wagen des Umzugskomitees der Zunft zu Safran. «Wir haben immer gebaut. Einen Wagen dieser Grösse hätten wir unmöglich innerhalb von zwei Wochen auf die Strasse gebracht», so der Präsident des Umzugskomitees. Damit der eindrücklich Berna Bus fertig wurde, brauchte es jedoch einige Nachtschichten. «Natürlich hatten auch wir eine etwas angezogene Handbremse. Wir sind nicht so weit wie in anderen Jahren.»

Der eindrückliche Wagen der Zunft zu Safran.

Rechtzeitig fertig für den Fritschiumzug werden sie dennoch sein. Im Schlussspurt werden sie von einer unglaublichen Vorfreude getragen. «Seit dem Bundesratsentscheid ist die grosse Euphorie ausgebrochen.»

Was der Stadt Luzern nicht gelang, vollendete die Wey-Zunft erfolgreich. Bauchef Beat Böglin präsentiert die Velostation an der Bahnhofstrasse. Es scheint so, als hätten die Bastler der Wey-Zunft auf das Stimmvolk gehört. Sie redimensionierten das Projekt der Stadt. «Wir haben unseren Wagen kleiner gebaut, damit wir an die Fasnacht gehen können, egal wie sie aussehen wird.» Mit dem kleineren Wagen hätte die Zunft auch ohne Spezial-Nummer in die Stadt fahren können. Auch sonst ging die Zunft einige Kompromisse ein. «Natürlich würden wir normalerweise aufwendiger bauen. Doch wichtig ist, dass wir überhaupt gehen können.»

Nur goldene Fahrräder kommen in die Velostation der Wey-Zunft.

Gewisse Gruppen verzichten

«Ich schlafe im Moment schlecht», sagt LFK-Umzugschef Bruno Schmid. «Nicht wegen der vielen Arbeit, sondern wegen der grossen Vorfreude.» Obwohl drei Gruppen auf den Umzug verzichten würden, erwartet er an den Umzügen ein farbenfrohes Spektakel. «Wir werden den Umzug füllen und er wird unglaublich bunt und fröhlich.»

Der Fritschiumzug vom kommenden Donnerstag beginnt um 14.00 Uhr. Tele 1 überträgt das Spektakel live.

So funktioniet der Fasnachts-Rundgang:

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. Februar 2022 06:09
aktualisiert: 18. Februar 2022 14:25
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