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PMS-Betroffene erzählt

«Ich war am Einkaufen und hatte dann meinen Eisprung»

Chantal Herger, 16. Mai 2021, 17:51 Uhr
Hitzewallungen und starke Bauchschmerzen prägen den Alltag von Sarah Studer während ihres Zyklus. Sie leidet am prämenstruellen Syndrom (PMS). Was das für sie bedeutet und wie sie damit umgeht, erzählt sie uns im Interview.
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Quelle: Pilatus Today

Begonnen hat es bei der gebürtigen Bündnerin mit der ersten Regelblutung. Doch erst mit der Geburt ihrer ersten Tochter, als die Beschwerden immer stärker wurden, stand nach den Abklärungen bei der Frauenärztin die Diagnose von PMS im Raum. Studers Reaktion fiel zuerst kapitulierend aus, auch weil sie wusste, dass es kein Allerheilmittel dagegen gibt. Erst im zweiten Moment konnte die zweifache Mutter die Krankheit annehmen: «Ich sagte mir, ich kann jetzt nichts daran ändern und wenn ich mich dagegen wehre, wird es nicht besser. Nimm es an und mach das Beste daraus.»

Dies hat die ausgebildete Psychologin dann auch getan. Auch über schwierige und unangenehme Situationen spricht sie im Nachhinein mit einem Schmunzeln: «Ich war am Einkaufen und hatte dann meinen Eisprung. Von null auf 100 hatte ich solch starken Schmerzen, dass ich nur noch gebückt laufen konnte.» Trotzdem seien dies Einschränkungen, die sie nur ungern in Kauf nehme. Um mit der Krankheit leben zu können, brauchte es bei der 35-Jährigen ein Umdenken: «Ich musste lernen, dass die 100 Prozent von heute, nicht die 100 Prozent von morgen darstellen müssen.»

PMS ist weniger ein Tabu als früher

Dass das Bewusstsein für PMS gewachsen ist, sieht Studer positiv. «Früher hat man PMS einen riesigen Raum gegeben, einfach weil man es nicht angesprochen hat. Heute spricht man es an und lacht darüber.» Dies sieht sie auch in ihrem Arbeitsalltag als Paar- und Sexualtherapeutin in Luzern. Obwohl ihre Patientinnen immer wieder erstaunt sind, wenn die Therapeutin erzählt, dass auch sie unter PMS leidet, erzählt die Wahl-Luzernerin lachend.

Im Gespräch mit der 35-Jährigen wird klar – Sie hat ihre Krankheit angenommen und geht humorvoll damit um: «Wir haben PMS, es geht vorbei und kommt wieder. Es ist Teil unseres Lebens.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. Mai 2021 16:58
aktualisiert: 16. Mai 2021 17:51