Trotz WHO-Warnung

Schweizer Festivals machen sich über Affenpocken keine Gedanken

02.06.2022, 14:48 Uhr
· Online seit 02.06.2022, 12:02 Uhr
Am 26. Mai wurde der erste Fall von Affenpocken in Zürich gemeldet. Nun warnt die WHO vor einer Affenpocken-Ausbreitung bei den Feiern und Festivals diesen Sommer. Bei Schweizer Grossveranstaltern macht man sich darüber noch keine Gedanken.
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2022 ist es endlich wieder so weit. All die Festivals und Grossveranstaltungen, die in den letzten zwei Jahren pandemiebedingt aussetzen mussten, finden wieder statt. Sehr zur Freude der Eventbranche und deren Besuchenden heisst es dieses Jahr wieder feiern, tanzen und rausgehen statt zu Hause bleiben, Maske tragen und Abstand halten.

Hohes Potenzial für Affenpocken-Übertragung

Nun warnt aber die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einer Affenpocken-Ausbreitung bei Feiern und Festivals. So heisst es in einer Erklärung des Regionaldirektors für Europa, Hans Henri Kluge, dass das Potenzial für eine weitere Übertragung in Europa und anderswo im Sommer hoch ist.

«Prüfen die Situation laufend»

Bei den Organisatorinnen und Organisatoren von Grossveranstaltungen in der Schweiz scheint diese Warnung aber (noch) nicht Beunruhigung auszulösen. So heisst es bei der Streetparade auf Anfrage, dass man die Situation laufend prüfe, sich zum jetzigen Zeitpunkt über mögliche Massnahmen aber noch keine Gedanken mache.

Beim Greenfield-Festival, das vom 9. bis zum 11. Juni in Interlaken stattfindet, möchte man sich zum Thema Affenpocken nicht äussern.

Ähnlich klingt es auch bei der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich. «Wir haben die Krankheit natürlich auf dem Radar und prüfen die Situation laufend», sagt Jérôme Weber, Mediensprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion auf Anfrage. Zudem habe man eine Informationsseite aufgeschaltet.

Übertragungswege werden untersucht

Das Affenpockenvirus gilt als mässig übertragbar auf Menschen. Laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit BAG, erfolgt die Übertragung in aller Regel durch engen Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren. Meist geschieht dies durch direkten Haut- oder Schleimhaut-Kontakt (Augen, Nase, Mund, Geschlechtsorgane, usw.).

Auch der Kontakt mit infiziertem Sekret oder Blut, grossen Atemwegströpfchen, sowie Bisse von infizierten Tieren (selten) können zu einer Übertragung führen. Daneben kann ein Kontakt mit kontaminierten Gegenständen (z.B. Kleider, Bettwäsche, Hygieneartikel) zu einer Ansteckung führen.

Sexuelle Kontakte mit einer erkrankten Person können die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Mensch zu Mensch erhöhen. Die Übertragungswege beim aktuellen Ausbruch werden wissenschaftlich untersucht.

veröffentlicht: 2. Juni 2022 12:02
aktualisiert: 2. Juni 2022 14:48
Quelle: ZüriToday

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