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Coronavirus

Zentralschweizer Spitäler auf Nadeln

Irene Müller, 19. Oktober 2020, 19:23 Uhr
Der Alltag in den Zentralschweizer Spitäler ist auch ohne viele Corona-Patienten stressig, deren Behandlung oft sehr zeit- und personalaufwändig ist. (Symbolbild)
© KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI
Die Corona-Fallzahlen explodieren diese Tage, die Hospitalisierungen jedoch sind verglichen mit vergangenem Frühling bisher auf einem noch relativ tiefen Niveau. Die Belegung der Spitäler ändert sich allerdings fast stündlich. Die Zentralschweizer Kantonsspitäler sind gewappnet.

Vergangene Woche wandte sich das Spital Schwyz mit einem Hilferuf an die Bevölkerung. Nach dem starken Anstieg von positiven Corona-Fällen gab es auch wieder vermehrt schwere Krankheitsverläufe, die das Spitalpersonal auf Trab hielten.

Wie es scheint, hat sich die Situation über das Wochenende nicht verbessert. Die Medienverantwortliche Nirmala Arthen spricht nach wie vor von einer hohen Belastung des Personals: «Aktuell beansprucht die Betreuung von Covid19-Patienten ca. 20% der Behandlungskapazität des Spitals.» Für die Pandemiesituation sei eine Isolationsstation mit 25 Plätzen eingerichtet worden, welche bereits ausgelastet sei, bisher aber ausreiche. Zusätzlich werde diese durch die Intensivbettenstation unterstützt.

Zug und Luzern bereit für eine zweite Welle

Auch in den Luzerner und Zuger Kantonsspitälern gab es in den vergangenen Wochen einen Anstieg an Corona-Patienten, die Behandlung benötigen. Aktuell seien im Zuger Kantonsspital wegen des Coronavirus insgesamt 15 Personen hospitalisiert, heisst es von der Spitalkommunikation. Zwei Erkrankte befänden sich derzeit auf der Intensivstation. Das Kantonsspital arbeite aber im Normalbetrieb. Wie viele Corona-Patienten mehr das Spital versorgen könnte, hänge von mehreren Faktoren ab: «Insbesondere die Verfügbarkeit von Medikamenten, Material, Geräten und Personal sowie die Kapazitäten der Spitäler in den umliegenden Regionen haben darauf einen wesentlichen Einfluss.»

Beim LUKS verläuft der Spitalbetrieb ebenfalls weiterhin regulär. «Wir sind aber so organisiert, dass innert weniger Tage zusätzliche Kapazitäten für Corona-Patienten bereitgestellt werden können», versichert der Mediensprecher Markus von Rotz. Um eine Überlastung zu vermeiden, bestehe ausserdem eine enge Kooperation für eine allfällige Verteilung von Patienten zwischen den LUKS-Standorten und auch zwischen den übrigen Zentralschweizer Spitälern.

Ruhe in Nid- und Obwalden

In diesem Zusammenhang gäbe es derzeit tatsächlich noch Zentralschweizer Spitäler, die kaum Corona-Patienten auf den Stationen haben. Am Montagmorgen waren dies deren zwei in Obwalden und nur einer in Nidwalden. Das hiesse aber nicht zwingend, dass in den Spitälern Flaute sei, im Gegenteil. In Obwalden sei der Alltag zurzeit sehr hektisch, da es extrem viele Anfragen für Abstriche gäbe, auch bezüglich anderen Grippen, hiess es von der Kommunikationsstelle.

Vom Kantonsspital Uri lag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.

In Schweizer Spitälern werden derzeit insgesamt 586 Corona-Patienten gepflegt. Diese Zahl gab am Montagabend der Koordinierte Sanitätsdienst der Armee bekannt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Oktober 2020 18:22
aktualisiert: 19. Oktober 2020 19:23