Bei Stromknappheit

Skifans müssen in der Zentralschweiz mit langsameren Liften rechnen

24. November 2022, 18:08 Uhr
Sollte der Strom knapp werden, haben die Zentralschweizer Wintersportgebiete verschiedene Massnahmen parat. So könnten Skilifte langsamer laufen gelassen oder ganz abgestellt werden.

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

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Der drohende Strommangel stellt die Zentralschweizer Bergbahnen vor Herausforderungen. Obwohl sie aktuell nicht mit einer Stromknappheit während der Wintersaison rechnen, planen sie gewisse Massnahmen, um Strom zu sparen.

Bereits seit längerem vorbereitet

Wie die Bergbahnen am Donnerstag vor den Medien sagten, haben sie bereits vor längerer Zeit strategische Investitionen getätigt und nicht erst seit dem drohenden Energiemangel. So werden beispielsweise die Titlis Bergbahnen und ihre Infrastruktur seit 2016 mit erneuerbarer Energie versorgt, erklärt Urs Egli von den Titlis Bergbahnen. «Das zeigt, dass dieses Thema für uns nicht neu ist.»

Für die bevorstehende Wintersaison habe man aufgrund der möglichen Energiekrise nun den ganzen Betrieb durchleuchtet. «Wir konnten feststellen, dass wir bereits sehr energieeffizient sind», so Egli. Trotzdem gibt es Punkte, die erst jetzt verbessert wurden. Im Spätsommer wurde zum Beispiel die Beleuchtung im Hotel Terrace auf der Sonnenseite eingestellt. «Auch bei der Talstation wird die Beleuchtung am Abend jeweils ausgeschaltet.»

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Bergbahnen langsamer fahren zu lassen. Wie viel langsamer die Bahnen fahren sollen, müsse erst noch getestet werden. Ziel sei, dass man damit zwölf Prozent an Energie einsparen könne.

Snowsat sorgt für weniger Beschneiung

Auch die Bergbahnen Sörenberg haben reagiert. Unter anderem wurden die Beschneiungsanlagen angepasst. «Was ebenfalls die Effizienz steigert, ist die komplett neue Steuerung, die man beim Umbau der Gondelbahn Rossweid eingebaut hat», erklärt der Direktor der Bergbahnen Sörenberg, René Koller.

Quelle: Tele 1

Andere Zentralschweizer Skigebiete reduzieren die Öffnungszeiten oder senken die Raumtemperaturen. Auf den Pisten sorgt ein cleveres Schneemanagement für Einsparungen. So kommt etwa in Sörenberg und im Gebiet Titlis ein System namens «Snowsat» zum Einsatz. Dieses sorgt dafür, dass die Schneedecke überall gleich hoch und gleich lange verfügbar ist. Mehr Informationen zu diesem intelligenten Schneesystem erhältst du im Video oben.

René Koller, der auch Präsident der touristischen Transportunternehmung Zentralschweiz (TUZ) ist, hat ein Ziel: In den Skigebieten eine Energieeinsparung von 10 bis 15 Prozent zu erreichen, ohne dass die Gäste etwas von den Einsparungen bemerken.

Anpassungen bei den Tagespreisen

Die höheren Energiepreise bedeuten für die Bergbahnen mehr Ausgaben. Wegen der Teuerung dürften zudem die Einnahmen sinken. Eine Verkleinerung der Marge sei wohl «unausweichlich», heisst es bei den TUZ. Die Tagespreise für die Skigebiete würden dabei zum Teil angepasst werden.

Wie viel teurer die Ticketpreise werden, müsse aber noch evaluiert werden und würde von Gebiet zu Gebiet variieren. Den Schneepass Zentralschweiz, ein Abonnement für 15 Wintersportgebiete in der Region, gibt es in diesem Jahr jedoch zum unveränderten Preis – bereits zum siebten Mal in Folge.

Quelle: SDA / PilatusToday
veröffentlicht: 24. November 2022 18:09
aktualisiert: 24. November 2022 18:09