Das Wasser wird knapp

Erste Zentralschweizer Versorger rufen zum Wassersparen auf

21. September 2022, 10:07 Uhr
Die Schweiz gilt als «Wasserschloss Europas». Fast eine Milliarde Kubikmeter Trinkwasser verbrauchen wir pro Jahr. Doch der Sommer war sehr trocken. Deshalb reagieren nun erste Wasserversorger. Wird das Wasser jetzt knapp?
Wird die Wasserversorgung in der Zentralschweiz knapp? Im Bild ein Reservoir der Wasserversorgung der Stadt Zürich. (Archivbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Trockener Sommer, wenig Regen: Lange Trockenzeiten schädigen nicht nur die Umwelt, sondern können auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung in der Schweiz haben. Dies zeigt sich nun auch beim regionalen Wasserversorger WWZ in Zug.

Wasserknappheit in der Zentralschweiz

Die Versorgung des Seetals mit Trinkwasser sei unter anderem dank dem Einsatz eines Notwasserpumpwerks nach wie vor sichergestellt, heisst es in der Medienmitteilung. Da aber noch immer mit keinen ergiebigen Regenfällen zu rechnen sei, ruft die WWZ die Seetaler Bevölkerung nun zum Wassersparen auf. Konkret betroffen sind die Gemeinde Hochdorf sowie angrenzende Gemeinden mit ihren Wasserversorgungen.

Aber nicht nur die Bevölkerung muss sparen: Zur Reduktion des Wasserverbrauchs werden die öffentlichen Brunnen in Hochdorf in den kommenden Tagen abgestellt. In einigen Seetaler Gemeinden ist dies bereits geschehen. «Weitere folgen, wo notwendig», heisst es weiter.

Diese Massnahmen sollen beibehalten werden, bis sich die Grundwasserstände erholt haben. «Aufgrund unserer Erfahrungen aus vorangehenden Trockenperioden dauert das auch bei intensiveren Regenfällen noch mehrere Monate», erklärt Iris Isenschmid, Leiterin Unternehmenskommunikation bei der WWZ.

Die Situation ist also stark wetterabhängig. Je nachdem, wie sich das Wetter in den kommenden Wochen entwickelt und wie hoch der Wasserkonsum ist, kann die WWZ noch ein zweites Notwasserpumpwerk in Betrieb nehmen. Das Unternehmen zeigt sich allerdings optimistisch: «Wir gehen davon aus, dass der Aufruf zu einem reduzierten Wasserverbrauch führt», sagt Isenschmid.

Keine Mangellage in Luzern

Anders sieht es im Einzugsgebiet von Energie Wasser Luzern (ewl) aus. Dort werden nur zu 5 Prozent Grundwasser gefördert. 95 Prozent des Trinkwassers im ewl-Einzugsgebiet sind Quell- und Seewasser, heisst es auf Nachfrage. Die Trockenheit sei, wenn überhaupt, nur beim Quellwasser zu spüren. Durch das heisse und trockene Wetter im Sommer ging die Menge an Quellwasser von Tag zu Tag zurück, konnte jedoch mit Seewasser kompensiert werden.

«Was das Grundwasser angeht, ist die kleine Emme sehr ergiebig. Wasser ist bei uns genügend vorhanden», so ewl-Mediensprecher Alain Brunner. Die Pegelstände der sieben Grundwasserbrunnen, welche permanent gemessen werden, zeigen keine erkennbare Absenkung auf.

Die Grafik zeigt die Pegelstände der Grundwasserbrunnen der ewl auf.

© energie wasser luzern ewl

Wassersparen kann aber auch in Luzern zum Thema werden. Zum Beispiel wenn ein langandauernder Stromausfall zu einer Krise führt. In so einem Fall würde der Bund die Wassermengen, welche ein Versorger wie die ewl zur Verfügung stellen muss, regeln. «Eine solche absolute Notversorgung funktioniert nur, wenn auch gleichzeitig Wasser gespart wird», erklärt Brunner.

Engelberg profitiert von Gletscherschmelze

Zu keiner kritischen Situation sollte es in den nächsten Wochen bei Aquaregio in Sursee kommen. Das stehe unter anderem in Zusammenhang mit den Verbräuchen, die zurückgehen. So müsse beispielsweise der Garten im Herbst weniger gewässert werden.

Auch im Kanton Schwyz ist aktuell genügend Grundwasser vorhanden, heisst es auf Anfrage. Insbesondere im Juli sei aber vereinzelt zum Wassersparen aufgefordert worden. Insbesondere in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden. Auch die Stauseen seien derzeit gut gefüllt und die Wasserkraftwerke verfügen deshalb über genügend Wasser.

Im Kanton Obwalden gibt es lediglich in Sarnen und Engelberg Grundwassermessstellen und der Grundwasserpegel in Engelberg, sei im Vergleich zu den Vorjahren nicht besonders tief. Dies vermutlich aufgrund der Gletscherschmelze, heisst es auf Anfrage. In Sarnen sei der Pegel zwar tief, aber nicht auf einem besorgniserregenden Niveau. 

(wra)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. September 2022 09:29
aktualisiert: 21. September 2022 10:07
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