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Luzern

Nun ist es klar: Das Spital in Sursee erhält einen neuen Standort

Neubau Spital Sursee

Nun ist es klar: Das Spital in Sursee erhält einen neuen Standort

21.06.2023, 20:09 Uhr
· Online seit 21.06.2023, 13:34 Uhr
Sursee oder Schenkon? Alter oder neuer Standort? Der Neubau des Kantonsspitals Sursee sorgt schon lange für Diskussionen. Jetzt ist klar: Der geplante Neubau soll doch nach Schenkon.
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Jetzt ist es also entschieden: Das neue Kantonsspital Sursee wird definitiv in Schenkon gebaut. Der Hauptgrund dafür ist, dass sich die Ausgangslage seit 2020 geändert habe, wie der Kanton Luzern in einer Mitteilung schreibt. Damals wollte man den Neubau noch am alten Standort Spitalstrasse errichten. Das Spital werde sein Leistungsangebot voraussichtlich erweitern und aufgrund des Bevölkerungswachstums auch die Kapazitäten erhöhen, wie es weiter heisst. Dafür brauche es mehr Fläche als ursprünglich geplant. Dem könnte der heutige Standort an der Spitalstrasse nicht nachkommen.

Schenkon war schon einmal im Rennen

Schon vor sechs Jahren stand Schenkon als Standort zur Diskussion. Damals prüfte das Luzerner Kantonsspital 23 Varianten, bis Ende 2017 noch drei im Rennen standen: der derzeitige Standort an der Spitalstrasse, das Gebiet Sandgrube in Sursee und das Gebiet Schwyzermatt in Schenkon. Ein Entscheid sollte bis Ende 2018 gefällt werden.

Dieser Entscheid verzögerte sich jedoch. Im Dezember 2019 gab der Gesundheitsdirektor Guido Graf (Die Mitte) bekannt, dass der Standortentscheid frühestens Ende Januar 2020 gefällt würde. Das, weil vom Spitalrat genauere Abklärung gefordert seien, unter anderem bezüglich Grundwasser. Damals standen noch der Standort Schenkon und der Standort Spitalstrasse im Rennen.

2020: Das Spital bleibt an der Spitalstrasse

Im April 2020 sprach sich die Luzerner Regierung dann für den Standort an der Spitalstrasse aus. Guido Graf sagte damals, es hätten vor allem drei Punkte für Sursee gesprochen: «Auf der einen Seite können wir den Kulturlandverbrauch mit dem Standort Sursee vermeiden. Der zweite Grund ist die Nähe zum See: Ich denke da an das Seewasser, das wir für die Kälte- und Wärmegewinnung einsetzen können. Und der dritte Grund ist der Wichtigste: Mit dem Stadtrat Sursee haben wir für die Erschliessung des Spitals Sursee eine Lösung andiskutiert, die uns sehr entgegen gekommen ist.»

Der Spitalrat hatte aus betrieblichen Überlegungen eigentlich den Standort in Schenkon vorgezogen. Die raumplanerischen und ökologischen Vorteile des Standorts Sursee überzeugten die Regierung aber mehr.

2021: Das Spital soll ins Gebiet Münchrüti

Damit hätte die Diskussion vorbei sein können. Aber Ende 2021 schlug die Surseer Stadtregierung plötzlich einen alternativen Spital-Standort vor, und zwar im Industriegebiet Münchrüti in Sursee. Im Gebiet sollte eine Parzelle frei werden, weil die Grundeigentümerin dieses Areals für den geplanten Neubau ihres Firmensitzes allenfalls das firmeneigene Gelände auf der Allmend in Betracht ziehe, hiess es damals in der Medienmitteilung des Stadtrats, der Regierung von Sursee.

Deswegen hat die Luzerner Regierung den im April 2020 getroffenen Entscheid bezüglich Standort wieder revidiert. Damit standen wieder drei Standorte im Rennen – Schenkon, Spitalstrasse und Münchrüti – und die Luzerner Regierung wieder am gleichen Punkt wie noch vier Jahre zuvor.

Nun, eineinhalb Jahre später, steht die Entscheidung also endlich fest. Man hat sich gegen die Spitalstrasse entschieden. Der Standort Münchrüti fiel aus dem Rennen, weil die Firma Hostettler AG den Sitz nun doch weiterhin nutzen will, wodurch die Parzelle nicht frei ist. Zum neuen Standort Schwyzermatt sagt Finanzdirektor Reto Wyss: «Ich bin überzeugt, dass die Schwyzermatt der am besten geeignete Standort ist, um die Spitalversorgung in der Region Sursee längerfristig sicherstellen zu können. Die Evaluation hat ein klares Resultat hervorgebracht.»

Der Bau des neuen Spitals soll 2028 in Schenkon starten und zwischen 270 und 320 Millionen Franken kosten.

veröffentlicht: 21. Juni 2023 13:34
aktualisiert: 21. Juni 2023 20:09
Quelle: PilatusToday

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