Gefährlicher Käfer

So werden wir den Asiatischen Laubholzbockkäfer wieder los

Livia Barmettler, 22. November 2022, 07:56 Uhr
Duftstoff-Fallen, Fangbäume oder ab ins Honigglas: Die Massnahmen, um den Asiatischen Laubholzbockkäfer in Zell zu bekämpfen, sind vielseitig. Wir verraten dir, wie auch du helfen kannst, dem zerstörerischen Käfer den Kampf anzusagen.
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In der luzernischen Gemeinde Zell mussten bisher 180 Bäume gefällt werden. Schuld daran: der Asiatische Laubholzbockkäfer. Ein Käfer, der über Importe aus dem asiatischen Raum in die Schweiz kam und hier seit geschätzt sechs Jahren sein Unwesen im Inneren der Bäume treibt. Weil der Käfer keine natürlichen Feinde hat, konnte er sich ungestört vermehren.

So macht der Kanton dem Schädling den Garaus

Umso wichtiger also, dass der Mensch als Gegenspieler aktiv gegen den Schädling vorgeht. Im August dieses Jahres wurde er in Zell ertappt, seither will ihm die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern (lawa) den Garaus machen.

Sie hat umgehend mit der Abholzung der Bäume auf den Befall reagiert und weitere Sofortmassnahmen ergriffen, um den Schädling zu beseitigen. «Wir haben beispielsweise Pheromon-Fallen montiert. Die Duftstoffe locken die Käfer an. Wenn einer reinfällt, kommt er nicht wieder raus. So sammeln wir die Käfer», erklärt Miguel Zahner von der zuständigen Dienststelle.

Weiter wurden an jenen Stellen, wo befallene Bäume abgeholzt werden mussten, sogenannte Fangbäume errichtet, denn: «Die Chance, dass der Käfer zurück an denselben Ort kommt, wo er sich schon einmal niedergelassen hat, ist hoch. Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist grundsätzlich ein träges Tier.»

So kannst du den Käfer bekämpfen

Der Kanton sei aber auch auf die Hilfe jedes Einzelnen angewiesen. «Wenn jede und jeder die Augen offen hält und uns sofort alarmiert, wenn ein Asiatischer Laubholzbockkäfer entdeckt wird, ist uns sehr geholfen», so Miguel Zahner.

Noch besser sei es, ein Honigglas zu zücken und den Käfer damit gleich selbst einzufangen. So kann der Kanton Luzern den Schädling im Anschluss begutachten und direkt mitnehmen. «Gerade weil der Asiatische Laubholzbockkäfer eher träge ist, geht das Einfangen problemlos von Hand. Zudem ist der Käfer für uns Menschen ungefährlich und ein direkter Kontakt unbedenklich.»

Vorsicht vor Larven

Weiter sei es wichtig, beim Rückschnitt des Gartens im Winter darauf zu achten, das Grüngut richtig zu entsorgen. Denn darin könnten sich Larven des Schädlings verstecken. «Am besten kontaktiert man für die Entsorgung die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern. Wir holen das Material ab. So sind wir auf der sicheren Seite», so Zahner. Die lawa übernimmt einen solchen Abtransport kostenlos.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. November 2022 06:01
aktualisiert: 22. November 2022 07:56