70 Millionen Franken

Umfahrungsstrasse in Beromünster wird teurer als geplant

6. September 2022, 06:31 Uhr
Der Durchgangsverkehr soll in Beromünster nicht mehr durchs Dorf rollen. Die Luzerner Kantonsregierung will den historischen Ortskern «Flecken» mit einer Umfahrungsstrasse entlasten. Er beantragt dafür einen Sonderkredit von über 70 Millionen Franken.
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Geplant ist eine rund 1400 Meter lange, bogenförmige neue Strasse mitsamt Brücke über die Wyna und beidseitigen Radstreifen. Die «Ost- und Westumfahrung Beromünster» soll die Bewohnerinnen und Bewohner des Zentrums von Lärm und Abgasen entlasten.

Tempo-30-Zone geplant

Zurzeit weist der Flecken ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von rund 9500 Fahrzeugen pro Tag auf. Der Verkehr soll künftig über die neue Strasse rollen, die zwischen dem Gebiet Lochete und Under Müli in Siedlungsnähe verläuft. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit soll 50 km/h betragen.

Damit dereinst auch tatsächlich weniger Autos im «Flecken» unterwegs sind, soll auf der bestehenden Strasse Tempo 30 gelten. Die Gemeinde Beromünster plant zusätzlich eine grössere Umgestaltung und Aufwertung des «Fleckens». Der Kanton geht davon aus, dass es mit dieser Massnahme gut 80 Prozent weniger Verkehr gibt bis ins Jahr 2040.

10 Millionen Franken mehr

Während der öffentlichen Auflage waren 26 Einsprachen gegen das Projekt eingegangen. Diese werden derzeit bearbeitet. Bei der Auflage im August 2021 hatte der Kanton die Kosten noch mit 60 Millionen Franken angegeben. Damit gehört die Entlastungsstrasse in Beromünster zu den teuersten Strassenbauprojekten im Kanton Luzern in der Periode 2023 bis 2026.

Die Baukosten machen rund die Hälfte des nun veranschlagten Preises aus, 15 Millionen Franken sind für Erwerb von Land und Rechten eingestellt. Das Projekt wird aus den zweckgebundenen Mitteln für das Strassenwesen finanziert.

Politischer Prozess noch nicht abgeschlossen

Als nächstes wird das Luzerner Kantonsparlament über den Kredit befinden. Wegen der Kosten von mehr als 25 Millionen Franken ist auch eine kantonale Abstimmung nötig. Diese ist für 2023 vorgesehen.

Der Baubeginn erfolgt frühestens 2025, die Bauzeit beträgt drei bis vier Jahre.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. September 2022 06:29
aktualisiert: 6. September 2022 06:31