150 Franken für Angestellte

Nach Corona-Prämie: So steht das Luks im Zentralschweizer Vergleich da

24. Februar 2021, 10:24 Uhr
Werbung

Quelle: PilatusToday

Weil das vergangene Jahr besonders für Pflegefach-Angestellte eine Herausforderung war, haben die Angestellten des Luzerner Kantonsspitals Luks 150 Franken Corona-Prämie erhalten. Dem Branchenverband ist das nicht genug.

Nicht nur in Luzern (wir berichteten), auch in Schwyz gibt's Corona-Boni. Die Schwyzer zeigen sich dabei grosszügiger als die Luzerner: Dort haben die Angestellten im Dezember 500 Franken Prämie erhalten.

Kurzfristig mache der Boni vielleicht glücklich, sagt Miriam Rittmann, Präsidentin Zentralschweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer. «Symbolische Boni haben eine wichtige Bedeutung im Zusammenhang mit der Wertschätzung. Aber sie sind nicht nachhaltig. Man muss dem Personal strukturelle Lohnentwicklungen als Perspektive aufzeigen», sagt sie.

Belastete Pflege darf mit deutlicher Lohnerhöhung rechnen

Auf gutem Weg sei zum Beispiel das Zuger Kantonsspital. Dort haben die Angestellten einen Gesamtarbeitsvertrag, bei welchem die Löhne immer wieder neu verhandelt werden. Am Luzerner Kantonsspital Luks gibt's keinen GAV. In einer Stellungnahme schreibt das Luks: «Neben einmaligen Zuwendungen legt das Luks den Schwerpunkt der Zuwendungen auf eine nachhaltige Lohnmassnahme. So werden die Mittel für die individuelle Besoldungsanpassung 2021 nicht wie üblich linear verteilt, sondern fallen in den besonders belasteten Bereichen, wie etwa der Pflege, deutlich höher aus, als im Durchschnitt des Luks.» Die genauen Lohnerhöhungen hat das Luks allerdings nicht bekannt gegeben. Das Luks wendet dafür 0,75 Prozent der Lohnsumme auf.

Fachleute wandern wegen den Arbeitsbedingungen ab

Laut den Verbänden ist der Lohn das eine, die Ausbildung von neuem Pflegepersonal aber das andere. Auch die Arbeitszeiten müssten attraktiv sein, ansonsten sehe die Zukunft düster aus. «Wir haben Zahlen aus dem vergleichbaren Schweden und diese zeigen, dass Leute aus dem Beruf abwandern, weil die sie unter diesen Bedingungen und der Belastung nicht mehr arbeiten können. Wir fürchten uns davor, dass dieses Szenario auch hier eintrifft», sagt Rittmann.

Wenn man kurzfristige SMS erhalte und für Kollegen einspringen müsse, wenn man Nacht- und Doppelschichten machen müsse, dann halte man das nicht lange aus. Die Schweiz hinke bereits jetzt hinterher und Unmut mache sich breit. Aktuell gibt es bis zu 11'000 offene Stellen. In zehn Jahren könnten es bis zu 65'000 sein. Deshalb sei es jetzt höchste Zeit, dass sich etwas ändere.

(red).

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. Februar 2021 19:27
aktualisiert: 24. Februar 2021 10:24