Stadt Zug

Haben Fäkalbakterien das Trinkwasser verschmutzt?

1. Oktober 2022, 18:52 Uhr
Das Trinkwasser in Teilen der Stadt Zug ist von Bakterien verunreinigt. Ein Gesundheitsrisiko könne nicht ausgeschlossen werden, informierte die WWZ am Samstag im Rahmen einer Medienkonferenz. Das Trinkwasser müsse daher weiterhin abgekocht werden.

Quelle: Tele 1

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Die Stadt Zug hat die Warnung vor verschmutztem Trinkwasser am Samstagnachmittag auf Teile der Neustadt ausgedehnt. Betroffen waren den Angaben zufolge insgesamt rund 1'100 Verbrauchstellen, davon die Hälfte Haushalte.

Bereits am Freitag hatte der Wasserversorger WWZ Energie eine entsprechende Warnung für die Vor- und Altstadt von Zug erlassen. Die Verunreinigung sei am Donnerstag im Rahmen einer periodischen Kontrolle festgestellt worden.

Was hat das Zuger Trinkwasser verschmutzt?

Beim Erreger handle es sich um E. Coli- und Enterokokken-Bakterien, sagte Bruno Schwegler, Leiter Netze der WWZ am Samstagnachmittag. Bei diesen Keimen handle es sich um sogenannte Indikatoren für Fäkal- oder andere Verunreinigungen und sie dürften im Trinkwasser nicht vorkommen. Fäkalbakterien sind Bakterien, welche überwiegend in der Darmflora angesiedelt sind.

Was, wenn man doch Wasser vom Hahn trinkt? Ein Gesundheitsrisiko könne nicht ausgeschlossen werden, so Schwegler. Wie der Körper auf das verschmutzte Trinkwasser reagiere, sei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wichtig sei, dass man sich bei Symptomen beim Hausarzt melde.

Trinkwasser muss weiterhin abgekocht werden

Die genaue Ursache der Verunreinigung ist noch immer unklar. Die Leitungen im Versorgungsgebiet werden gemäss WWZ intensiv gespült. Die Massnahmen hätten eine erste positive Wirkung gezeigt. Die neuen Trinkwasserproben um den Perimeter Vor- und Altstadt zeigten demnach zu 80 Prozent keine Verunreinigung mehr.

Es sei jedoch nach wie vor nötig, das Wasser abzukochen – dies insbesondere vor dem Trinken, Kochen, Zähneputzen, Waschen von Lebensmitteln sowie für empfindliche Haustiere

So geht es jetzt weiter

«Für die betroffenen Leute heisst es erstmals warten. Denn bis wir definitive Resultate haben, geht es mehrere Tage», sagte Bruno Schwegler gegenüber PilatusToday und Tele 1. Man nehme aber laufend weitere Proben im betroffenen Gebiet.

Am Samstag verteilten WWZ-Mitarbeitende gratis Wasserflaschen an mehreren Orten in der Stadt, unter anderem beim Landsgemeindeplatz. Auch am Sonntag soll die Aktion weitergeführt werden. Das Unternehmen WWZ will über ihre Website täglich Updates geben.

(red.)

Quelle: PIlatusToday / SDA
veröffentlicht: 1. Oktober 2022 18:32
aktualisiert: 1. Oktober 2022 18:52