«Ein Weckruf»

Das schreiben die Zeitungen zu den neuen Massnahmen

29. Oktober 2020, 08:17 Uhr
Neue Corona-Massnahmen des Bundesrats: Nun gilt die Alarmstufe Rot.
© Keystone
«Situation wäre vermeidbar gewesen» oder «ein Weckruf»: Am Tag nachdem der Bundesrat die neuen Massnahmen gegen das Coronavirus verkündet hat, sind die Zeitungen voll mit Kommentaren.

Bei der «Luzerner Zeitung» schreibt Patrik Müller: «Die bittere Erkenntnis zu den Coronamassnahmen: Diese Situation wäre vermeidbar gewesen.» Der Bundesrat habe reichlich spät neue Massnahmen ergriffen, um die Zahl der menschlichen Kontakte zu reduzieren. Zu viele Menschen hätten sich verantwortungslos verhalten.

Noch kritischer ins Gericht mit dem Bundesrat geht der «Tages Anzeiger»: «Man hat den Eindruck, dass der Bundesrat nicht das tut, was er für notwendig hält, sondern das, womit er im Spinnennetz des Föderalismus nicht hängen bleibt. Das jetzige Massnahmenpaket war denn auch tatsächlich noch mehrere Tage bei den Kantonen in Vernehmlassung– eine Absurdität, wie wir sie uns in einer Situation, wo jeder Tag zählt, eigentlich nicht leisten können.» Und: «Der Bundesrat müsste jetzt zur ausserordentlichen Lage zurückkehren.»

Die «NZZ» meint, dass die zweite Welle zu lange unterschätzt worden sei. «Das Massnahmenpaket des Bundesrates ist ein Weckruf» und jeder solle sich jetzt einschränken.

«Watson» wählt eher harte Worte: «Überzeugt wird [die Bevölkerung] nur mit kompetentem Handeln, vollständiger Information, ehrlicher Kommunikation und transparenter Fehlerkultur seitens der Verantwortlichen. In den letzten Wochen haben wir davon das exakte Gegenteil gesehen.»

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Quelle: Keystone-SDA

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Oktober 2020 07:57
aktualisiert: 29. Oktober 2020 08:17