Zucker-Experiment

Weniger Gewicht und weniger Peaks: So haben sich meine Werte verändert

Chantal Herger, 22. April 2022, 18:34 Uhr
Endlich ist es soweit: 40 Tage sind um und ich darf wieder Zucker zu mir nehmen. Doch zuerst wird mein Körper nochmals untersucht. Was hat sich durch meinen Verzicht nun verändert?

Quelle: PilatusToday /Elena Hirt

Vorneweg: Ich fühle mich laut Fragebogen zu meinem Wohlbefinden besser, ausgeglichener und fitter. Dies ist aber eine Momentaufnahme und wohl nicht nur durch meinen Zuckerverzicht bedingt. Während 40 Tagen habe ich zwei Kilo an Gewicht verloren und auch mein Bauchumfang hat sich verringert. Dies sei keine Überraschung, meint Lukas Burget, leitender Arzt Endokrinologie/Diabetologie am Luzerner Kantonsspital. Durch das Zuckerfasten habe ich deutlich weniger Kalorien zu mir genommen.

Meine Blutlaborwerte sind weiterhin normal und haben sich seit der Anfangsuntersuchung nicht wesentlich verändert.

© PilatusToday

Auch meine Blutlaborwerte seien weiterhin normal und es sind keine wesentlichen Änderungen feststellbar, so Burget. Was meinen Glukosewert betrifft: «In der ersten Woche sieht man einzelne Peaks, die relativ steil ausfallen. Das fällt auf. Das war in den folgenden Wochen dann nicht mehr so.» Insgesamt seien die durchschnittlichen Blutzuckerwerte jedoch gleich geblieben und keine signifikanten Veränderungen erkennbar. «Dies war auch so zu erwarten.»

So sah mein Zwischenfazit aus:

Quelle: tele1

Auch bei der Bioimpedanzmessung lassen sich lediglich Tendenzen feststellen: «Eine diskrete Abnahme der Fettmasse und eine leichte Zunahme der Muskelmasse», analysiert der Diabetologe Burget. Weitere Veränderungen seien schwierig herauszulesen, auch weil ich ansonsten gesund und schlank bin. «Wenn man aber übergewichtig oder adipös ist, kann sich eine solche Zuckerdiät über einen längeren Zeitraum so auswirken, dass man weiter an Gewicht und Fettmasse abnimmt», erklärt der Arzt.

Mein Fazit: 

Laut den medizinischen Untersuchungen haben sich meine Werte nur teilweise verändert, so beispielsweise beim Gewicht. Aber die Daten bestätigen mein Wohlbefinden und Körpergefühl.

Das Experiment «Zuckerfasten» hat mir wieder aufgezeigt, wie leicht ich mich von meinen Gewohnheiten steuern lasse. Ich kann gut auf Zucker verzichten, wenn ich will. Es benötigt zwar Disziplin und Planung, aber es lohnt sich. Mein Körpergefühl hat sich verbessert und ich bin ausgeglichener. Trotzdem: Ein weiteres Mal werde ich eine solch strenge Zuckerdiät nicht mehr durchführen. Während der nächsten Fastenzeit werde ich aber sicher wieder auf Süssigkeiten und Alkohol verzichten.

Was mir nach diesem Experiment aber ganz wichtig ist: Ich möchte nicht wieder in meine alten Muster zurückfallen und mich bei Süssigkeiten und zugesetztem Zucker zurückhalten. Deshalb lautet die Devise: Öfters mal auf Schoggi nach dem Mittagessen verzichten, dafür gönne ich mir bei einem besonderen Anlass ein Dessert.

Und jetzt geniesse ich meinen Osterfladen. E Guete!

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. April 2022 08:17
aktualisiert: 23. April 2022 08:17
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