Kanton Luzern

Genügend Plätze für Geflüchtete aus der Ukraine

25. Oktober 2022, 13:35 Uhr
Im Kanton Luzern ist die zuständige Behörde derzeit in der Lage, neu ankommende Flüchtlinge unterzubringen. Dies hält die Regierung fest. Sie lehnt es deswegen zum jetzigen Zeitpunkt ab, auf die Unterstützung von Organisationen wie die Caritas zurückzugreifen.
Die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen verfügt derzeit über genügend Plätze für die vom russischen Angriffskrieg vertriebenen Ukrainerinnen und Ukrainer. (Archivbild)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
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Die Luzerner Regierung hat am Dienstag mehrere als dringlich eingereichte Vorstösse zu den Flüchtlingen aus der Ukraine beantwortet, so auch ein Postulat von Urban Frye. Der Grüne forderte, dass der Kanton vermehrt Vertriebene privat unterbringt und dabei auch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeitet.

Bis 2017 war Caritas zuständig

Im Kanton Luzern sorgt die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen für die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten. Bis 2017 war für diese Aufgabe das katholische Hilfswerk Caritas zuständig.

Frye begründete seinen Vorstoss damit, dass mit Privatunterkünften das Problem, dass es zu wenig Unterbringungsmöglichkeiten für die Kriegsvertriebenen gebe, erheblich entschärft werden könne. Dazu hält die Regierung fest, dass es genügend Plätze für Neuankommende gebe. Sollte sich aber die Situation zuspitzen, werde der Kanton, wie vom Postulat gefordert, eine Zusammenarbeit mit Organisationen wie der Caritas prüfen.

Jeder Vierte wohnt bei Gastfamilie

Gemäss den Angaben der Regierung betreut die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen derzeit 2400 Ukraineflüchtlinge. Jeder vierte Flüchtling, total 645, ist bei einer Gastfamilie untergebracht. Diese seien eine wichtige Ressource und eine willkommene Ergänzung zu den anderen Unterbringungsformen, erklärte die Regierung.

In der Darstellung der Luzerner Regierung sind Gastfamilien aber keine längerfristige Lösung. Seit April seien 270 Personen aus Gastfamilien wieder in die kantonale Obhut zurückgekehrt. Gründe dafür seien Platzmangel, Konflikte, Überforderung oder dass das Engagement befristet gewesen sei.

Ein Problem, das sich dabei stellen kann, ist, dass die betroffenen Ukraineflüchtlinge den Wohnort und die Kinder den Schulort wechseln müssen. Die soziale Integration beginne dann wieder von vorne, schreibt die Regierung.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. Oktober 2022 09:23
aktualisiert: 25. Oktober 2022 13:35