Stadt Luzern

Dreck im Rohr: Ursache für verschmutztes Trinkwasser geklärt

27. September 2022, 22:05 Uhr
Eingetrockneter Schmutz in einem neu verlegten Wasserrohr hat die Trinkwasserverunreinigung im Quartier Langensand-Matthof verursacht. Das Rohr war während drei Monaten auf einer Baustelle gelagert worden, was deutlich länger ist als üblich.

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

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Das Trinkwasserrohr wurde im vergangenen Juli beim Imfangring neu eingebaut. Weil sich während der Lagerung die Verschlusskappen, die die Rohre vor Verunreinigung schützen, gelöst haben, hat sich im besagten Rohr pflanzliches Gewebe gebildet, teilt Energie Wasser Luzern ewl mit.

«Wir bedauern die Trinkwasserverunreinigung zutiefst», sagt Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung von ewl. Dennoch ist bei ihm über zwei Monate nach dem Vorfall auch eine grosse Erleichterung zu spüren. «Die Ursache zu finden und Lehren für die Zukunft zu ziehen, war für uns ganz zentral.»

Kontrollmechanismen haben versagt

Grundsätzlich werden die Rohre nochmals kontrolliert und gereinigt, bevor sie eingebaut werden. Im aktuellen Fall sei die Verschmutzung jedoch nicht erkennbar gewesen, heisst es vonseiten ewl. Zudem sei der Schmutz bei der Spülung nicht entfernt worden.

Damit sich das Ganze nicht wiederholt, haben die Verantwortlichen von Energie Wasser Luzern nun Massnahmen getroffen. So werden künftig beispielsweise sämtliche Wasserrohre nur noch wenige Tage vor dem Einbau auf die Baustelle gebracht und dort täglich kontrolliert.

Die Verschlusskappen der Trinkwasserrohre werden künftig zusätzlich mit Stretch-Folien gesichert.

© ewl

«Zusätzlich werden wir alle neuen Leitungsabschnitte vor der Inbetriebnahme mikrobiologisch untersuchen», verspricht Patrik Rust. Damit sich die Rohrverschlusskappen nicht mehr selbstständig lösen können, erhalten diese eine zusätzliche Sicherung.

Krisenkommunikation soll verbessert werden

Aus dem betroffenen Quartier in der Stadt Luzern gab es wegen der Trinkwasserverschmutzung auch Kritik. Unter anderem wurde die Krisenkommunikation von ewl bemängelt. Sie seien zu wenig aktiv über den aktuellen Stand informiert worden, hiess es etwa. Auch klagten einige Anwohnerinnen und Anwohner über Bauchschmerzen und weitere Magen-Darm-Beschwerden.

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Energie Wasser Luzern ewl nimmt diese Kritik ernst. So haben die Verantwortlichen beschlossen, auch bei der Krisenorganisation und der Kommunikation über die Bücher zu gehen. Unter anderem soll bei künftigen Ereignissen die Notfall-App des Bundes «Swissalert» besser in die Kommunikation eingebunden werden.

Erste Trinkwasserverschmutzung seit 20 Jahren

Wegen der Trinkwasserverschmutzung mussten Ende Juli rund 3000 Personen im Stadtluzerner Quartier Langensand-Matthof ihr Trinkwasser abkochen. Dies während fast zwei Wochen. Anfang August hatten 95 Prozent der Haushalte im betroffenen Quartier wieder sauberes Trinkwasser.

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Rund zwei Dutzend Häuser im Gebiet Imfangring mussten das Wasser vor dem Gebrauch aber noch länger abkochen. Für sie installierte ewl eine provisorische Trinkwasserzufuhr. Am 11. August konnte dann schliesslich für alle Haushalte Entwarnung gegeben werden.

Laut Energie Wasser Luzern war es das erste Mal seit 20 Jahren, dass es in der Stadt Luzern eine Trinkwasserverschmutzung gab.

(sda/scd)

Quelle: PilatusToday/SDA
veröffentlicht: 27. September 2022 15:13
aktualisiert: 27. September 2022 22:05