Listerien in Käse

Schwyzer Käser wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung angeklagt

· Online seit 26.03.2024, 10:22 Uhr
Mehrere Todesfälle nach dem Verzehr eines bestimmten Käses haben 2018 und 2020 für Schlagzeilen gesorgt. Der befallene Käse soll aus einer ehemaligen Käserei im Kanton Schwyz gekommen sein. Nun wird der Betreiber unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung angeklagt.
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Im Mai 2020 ist ein Krebspatient in Sitten an den Folgen einer Listerien-Infektionskrankheit gestorben. Der befallene Käse soll aus einer Käserei in Steinerberg gekommen sein. Diese hat ihren Betrieb daraufhin per sofort eingestellt. Bei einer internen Inspektion hatte die Käserei in verschiedenen Eigenprodukten Listerien gefunden und umgehend die Abnehmer, das Labor der Urkantone sowie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen informiert.

Im August 2020 hat die Staatsanwaltschaft Innerschwyz schliesslich ein Strafverfahren gegen den Betreiber der Käserei eröffnet wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz. Seit 2018 habe es mutmasslich 34 Erkrankungen gegeben, welche auf den gleichen Listerienstamm zurückzuführen sind. «Das Ausmass des Falls ist aussergewöhnlich», sagte der Kantonschemiker der Urkantone, Daniel Imhof, damals gegenüber PilatusToday und Tele 1.

Quelle: PilatusToday

Anklage wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung

Am Dienstag hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz nun bekannt gegeben, dass sie die umfangreichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Käsereibetreiber abgeschlossen hat. «Im Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung von sieben Personen, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung bei 13 Personen sowie wegen fahrlässiger Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz hat sie beim Bezirksgericht Schwyz Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben.»

In zehn weiteren Fällen habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt, da die Listerien-Infektion für die gesundheitliche Beeinträchtigung der Betroffenen nicht die Ursache gewesen sei beziehungsweise durch die Opfer oder ihre Angehörigen kein Strafantrag gestellt worden sei. In vier Fällen seien die Personalien der Betroffenen zudem nicht bekannt gewesen.

Diese Strafe wird für den ehemaligen Käsereibetreiber verlangt

Abschliessend steht in der Mitteilung: «Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der Betriebsinhaber seiner lebensmittelrechtlichen Kontrollpflicht ungenügend nachgekommen ist. Sie beantragt für den Betriebsinhaber eine bedingte Freiheitsstrafe sowie eine bedingte Geldstrafe.»

Der ehemalige Betreiber sowie die sich am Verfahren beteiligenden Privatklagenden würden der Anklage im abgekürzten Verfahren zustimmen. Bis das rechtskräftige Urteil vorliegt, gilt für den ehemaligen Betreiber der Käserei in Steinerberg die Unschuldsvermutung.

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Wie kommen Listerien überhaupt in Lebensmittel?

Nach dem Fall im Kanton Schwyz ist die Frage aufgekommen, wie Listerien in Lebensmittel kommen und ob man überhaupt noch Käse geniessen kann. Ein Experte hat aufgeklärt:

Quelle: Tele 1

(red.)

veröffentlicht: 26. März 2024 10:22
aktualisiert: 26. März 2024 10:22
Quelle: PilatusToday

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